Wofür lohnt es sich eigentlich zu hacken? Für Projektdaten von grossen Firmen vielleicht? Industriespionage
kann ziemlich lukrativ sein, ist aber meist viel Aufwand und Risiko verbunden. Es gibt aber noch etwas
anderes, etwas viel banaleres wofür es sich lohnt auf digitale Streifzüge zu gehen. Es sind
die persöhnlichen Daten eines jeden Menschen.
So haben es Identitäts-Diebe auf Kreditkartennummern, Geburtsdaten, private Mailadressen und noch andere
prägnante Details abgesehen. Denn diese Informationen sind Geld wert. Längst ist dies nicht nur nur für
Werbetreibende interessant, die mit diesen Infos Ihre Spamnetze befeuern. Der Verkauf von gültigen
Mailadressen und anderen allgemeinen Personendaten ist dabei nur eine Art Resteverwertung. Das Hauptgeschäft
wird noch mit anderen Detailinformationen gemacht.
Der Internet Security Threat Report von Symantec verlautbart interessante Details zu diesem Thema.
Gesammelte ID-Daten werden auf sogenannten "underground economy"-Servern zum Verkauf angeboten. Eine etwas
andere Form von Warez-Trading. Diese Daten können für vielerlei Betrügerreien verwendet werden, wie z.B. ein
Bankkonto unter falschem Namen eröffnen.
So sind beispielsweise us-amerikanische Kreditkartennummern für etwa ein bis sechs Dollar erhältlich.
Einschliesslich einem amerikanischem Bankkonto, Kreditkarte, Geburtsdatum, und der dazugehörigen
Personal-ID-Nummer läge der Preis bei 14 bis 18 Dollar, so laut Symantec.
Die kriminellen Organisationen die hinter dem Datenklau stecken, nutzen die Gelegenheit für einen
Beutezug, sobald eine geeignete Zero-Day-Sicherheitslücke bekannt geworden ist. Umgehend werden damit dann
ausgesuchte Server geknackt und die wertvollen Datenbestände gesichert.
Im Zeitraum von Juni bis Dezember 2006 konnte Symantec 12 dafür relevante Zero-Day Exploits festmachen.
ID-Diebstahl ist mit ein Grund, warum manche kritische Exploits nicht die globale Verbreitung finden, die
man sich eigentlich ausrechnet. Es sind letztendlich nur gezielte Angriffe auf bestimmte Ziele.
Es besteht kein Interesse daran, die Sicherheitslücken in grossen Mengen in Umlauf zu bringen
und dadurch schnell bekannt zu machen. Es geht darum, die Hersteller der betroffenen Software sowie die
Antiviren Hersteller möglichst lange in Unwissenheit und Sicherheit zu wiegen. Sobald Patches für die
Software draussen ist, und die AV-Scanner die entsprechenden Signaturen geladen haben, sind die Chancen
für einen erfolgreichen Servereinbruch drastisch gesunken.
Als erfolgreich erwiesen haben sich Einbruchstrategien, die nicht darauf setzen von ausserhalb ein
Netzwerkdienst anzugreifen. Es sind oftmals in Mails angehängte Office-Dokumente, die ihren Weg hinein ins
Firmennetzwerk finden und von unbedachten Mitarbeitern geöffnet werden, da diese Mails nicht offensichtlich
mit Spaminhalten gefüllt sind. Für diese gezielten Angriffe, werden dienstliche, firmenspezifische Themen
als Köder verwendet. In weiser Voraussicht sind es auch Office dokumente, PowerPoint Präsentationen
und Excel Spreadsheets die manipuliert werden, denn nur die allerwenigsten Firmen können es sich leisten,
generell diese Formate zu blocken.
Der Internet Security Threat Report kann
hier eingesehen werden:
News kommentieren