Auch wenn Netscape nun endlich viele Sicherheitsanfälligkeiten seines Browsers beseitigt hat, so verbleibt
der Eindruck, dass dies wohl ein Dauerzustand bleiben wird. Von den bekannten Lücken der vorigen Version
bleiben immer noch mehr als ein Dutzend weiter bleiben.
Zeitnahes
Bugfixing scheint hier ein
ziemliches Problem zu sein.
Wer Kerberos zur Netzwerkauthentifizierung nutzt, sollte ein Update aufspielen, wenn Versionen bis
einschliesslich 5-1.6 betrieben werden. Hier sind einige
Lücken bekannt geworden, mit denen ein entfernter Angreifer
beliebigen Code auf dem betroffenen System ausführen kann, für die er aber bereits im System angemeldet sein
muss. Unter anderem soll auch eine Lücke im Telnet-Dienst eine Anmeldung mit Root-Rechten ermöglichen.
Insgesamt also eine kritische Ansammlung von Lücken, die ein Update dringend nötig machen.
Viel zu tun hat wieder Microsoft. Die Möglichkeiten die der Ani-Exploit geboten hatte, war wohl doch kritisch
genug um einen vorgezogenen Patch vor dem sonst üblichen Patchday zu veröffentlichen. Es hatte schon vermehrt
Meldungen über die aktive Nutzung dieses Exploits in präparierten Mails gegeben. Verschiedene Sicherheitsfirmen
informierten bereits recht detailiert über
diese Lücke,
die über manipulierte ani-Dateien Verbreitung finden konnte. Das dazu gehörige Bulletin mit der Kennung
MS07-017 schliesst dabei noch weitere Lücken, die durch manipulierte WMF- und EMF-Grafiken einen
Denial-of-Service provozieren kann oder eine Rechteauswertung ermöglicht. Microsoft hat also weiterhin noch
ernsthafte Probleme mit den Funktionsmöglichkeiten ihrer Multimedia-Formaten.
Zum offiziellen Patchday gab es dann
5 Patches.
Dabei durfte sich wiederholt das Client/Server Runtime Subsystem (CSRSS), der Microsoft Agent (agentdpv.dll)
und auch wieder der UPnP-Dienst vorstellig machen. Hierbei variieren die Möglichkeiten für Angreifer von
lokalen bis hin zu entfernten Zugriffen auf betroffene Systeme. Die Lücken sind zurecht als kritisch
eingestuft und gehören vor allem auf Clients und Terminalserver aufgespielt.
Ärgerlich aber nicht überraschend dürfte das Aufkommen von weiteren Zeroday-Exploits für Microsofts Office
sein. Provozierte Pufferüberläufe sollen zumindest DoS-Angriffe ermöglichen. Wahrscheinlich steckt aber mehr
Protential in den
entdeckten Exploits. Bleibt
abzuwarten, was sich hier entwickelt.
Für die Server-Betriebssysteme 2000 und 2003 von Microsoft, wurde eine
kritische Sicherheitsanfälligkeit an der RPC Schnittstelle
für den DNS-Dienst gemeldet. Über einen stackbasierten Pufferüberlauf, der durch eine manipulierte RPC-Anfrage
ausgelöst wird, kann beliebiger Code ausgeführt werden. Hier sollen bereits Berichte über die aktive Nutzung
dieses Exploits bekannt geworden sein.
Microsoft empfiehlt hier die
Remote Management Funktion über RPC für die DNS-Server zu deaktivieren.
Oracle schliesst zu ihrem vierteljährlichen Patchday
36 Sicherheitslücken.
Welche Produkte jetzt im einzelnen betroffenen sind und welcher Risikofaktor dahinter steckt, sollte in der
von Oracle erstellten Risikiomatrix herausgelesen werden. Als schwerwiegend dürfte beispielsweise die Lücke
im Oracle Database Server (9.2.0.8) unter Windows XP Betriebssystem bezeichnet werden, die es einem Angreifer
ermöglicht hier Administratorrechte zu erlangen.
Nachdem im letzten Monat ungewohnt viele Antiviren-Hersteller schwerwiegende Probleme in ihren Produkten
beseitigen mussten, zieht jetzt noch Kaspersky nach.
Sicherheitsanfälligkeiten
in installierten ActiveX-Controls sollen hier das Herunterladen oder das Löschen von beliebigen Dateien des
betroffenen Systems ermöglichen. Hierfür reicht es, wenn das Opfer eine entsprechend manipulierte Website
besucht. Zudem gibt es Probleme mit manipulierten ARJ-Archivdateien, die mindestens dafür reichen sollen, um
einen DoS-Angriff auf dem System zu initiieren. Ein Update auf die aktuelle Version soll die verschiedenen
Lücken beseitigen. Entsprechend dazu soll speziell das Maintenance Pack 2 viele Designfehler für die Produkte
Kaspersky Anti-Virus 6.0 und Kaspersky Internet Security 6.0 beseitigen
Nachziehen muss auch der Virenscanner ClamAV. Hier
entdeckte man Probleme beim Scannen von präparierten CHM-Hilfe-Dateien und CAB-Dateien. Der Absturz des
Scanners oder eventuell auch das Ausführen von beliebigen Dateien könnten über die entdeckten Lücken
realisiert werden. Hier bietet die Website von ClamAV ein fehlerbereinigtes Update (Version 0.90.2) an.
Zur Zeit hat Winamp mit verschiedenen
schwerwiegenden Anfälligkeiten in seinem
Player zu kämpfen. Über manipulierte Dateien wie z.B. MatLab- (.MAT), Impulse-Tracker- (.IT) und
ScreamTracker3 (.S3M), sollen Pufferüberläufe möglich sein. Gegebenfalls soll hier das Einschleusen und
Ausführen von beliebigem Code hier realisiert werden können. Ein Update soll demnächst erscheinen.
Sogenannte
Verzeichnis Traversal Angriffe,
machen Instant-Messengern wie AIM und ICQ zu schaffen. Mit relativen Pfadangaben in Dateinamen, die "../"
enthalten, können vorgegebene Download-Verzeichnisse übergangen werden, um dann Dateien in beliebigen
Verzeichnissen zu überschreiben. Hier empfiehlt es sich jeweils die akutellsten Versionen AIM und ICQ
runterzuladen und zu verwenden.
Die weitverbreitete Bildbearbeitungssoftware Photoshop verschluckt sich bei manipulierten Bitmap-Dateien
(z.B. .BMP, .DIB, .RLE). Betroffen sind Creative Suite 2 und Creative Suite 3 von Photoshop. Ein
Pufferüberlauf ermöglicht das Einschleusen von beliebigem Code. Ein
Bespielexploit ist bereits veröffentlicht worden.
Adobe arbeitet noch an einem entsprechenden Patch. Vorsicht also vor Bitmap-Dateien aus unbekannten Quellen.
Mit schwerwiegenden Sicherheitsanfälligkeiten hat Cisco wieder zu kämpfen. Rechteausweitung, Auspähen von
Daten und Denial of Services, sollen über verschiedene Exploits in Cisco Produkten möglich sein.
Beispielsweise besitzt das Cisco Wireless Control System (WCS) eine feste Kennung samt festem Password für
Backup Tätigkeiten über FTP. Das Auslesen und Schreiben von beliebigen Dateien wird somit sehr erleichtert,
auch wenn hierzu genauere Kenntnisse nötig sind.
Weitere Details über betroffene Wireless Komponenten sind über
Cisco zu
erfahren. Es empfiehlt sich umgehend die entsprechenden Patches einzuspielen, wenn die betroffene Hardware
eingesetzt wird.
In weiteren Fehlerberichten von Cisco wird noch über Sicherheitsprobleme in der
CNS NetFlow Collection Engine
berichtet, welche zum Sammeln von Router- und Switch-Daten verwendet werden. Hier ergibt sich das Problem,
das bei der Installation der Collection Engine voreingestellte Standardkonten mit identischer Kennung und
Passwort erstellt werden.
Apple kann sich auf die Schulter klopfen und darauf zurückblicken mit dem
aktuellen Sicherheitsupdate
für Mac OS in der Version 10 bis zu 25 Sicherheitsanfälligkeiten beseitigt zu haben. Die Lücken sollen das
Einschleusen und Ausführen von Fremdcode ermöglicht haben. Bereits das Öffnen verschiedener Dateiformate,
wie beispielsweise Tar-Archive, UFS-Bilder und Hilfe-Dateien konnten hier ein System kompromitieren. Weitere
Details sind im Fehlerbericht von Apple zu finden. Das Einspielen des Sicherheitsupdates ist wärmstens zu
empfehlen.
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